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Alt 23.11.2009, 19:46   #1
Aloahaurora
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 23.11.2009
Beiträge: 1
Böse Psychischer Terror geht an die Nerven

Hallo miteinander,
ich schildere kurz mein Problem und hoffe auf Hilfe.
Kurz gesagt: Ich wurde schon von klein auf als Kind geschlagen und für jegliche Kleinigkeiten bestraft. Das ging so lange bis etwas großes vorgefallen ist und meine Freunde mich zu einer Sos-Beratungsstelle schickten. Sie rieten mir ein ärztliches Attest vom Arzt zu holen. Ich habe meinem Vater mit einer Anzeige gedroht. Seitdem wurde er nie wieder handgreiflich. Trotzdem belastet mich meine Kindheit noch sehr. Früher hatte ich suicid Gedanken und habe mich selbst verletzt. Ich war mit 14 Jahren auch schon magersüchtig und habe zur Selbsttherapie ein Buch mit all meinen Gedanken und Schmerzen geschrieben. Durch meinen Freund, mit dem ich seit 2 Jahren zusammen bin, habe ich gelernt wie schön das Leben sein kann. Und habe keinen Gedanken mehr an suicid verschwendet, auch habe ich mit der Selbstverletzung aufgehört! Meine Eltern schlagen mich zwar nicht mehr, aber machen mich psychisch total fertig. Ich kann mich nicht mehr auf die Schule konzentrieren. Bin jeden Tag großen emotionalen Situationen ausgesetzt, in denen ich kurz vorm Verzweifeln bin. Mein Freund hilft mir zwar wo er nur kann aber ihm geht das auch an die Nerven. Ich renn aus Kummer immer zu ihm, bin ziemlich oft traurig und nervlich am Ende. Ich war auch schon beim Arzt, weil ich unter Schlafstörungen, Angstträumen, Stimmungsschwankungen, Gewichtsabnahme und so weiter leide. Ich habe meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle. Mein Arzt riet mir zum Neurologen oder in eine psychatrische Anstalt zu gehen. Ich habe im Sinn mein geschriebenes Buch und das Attest mitzunehmen. Meine Großeltern waren mir auch schon eine große Stütze. Mit viel Überwindung und Mut von meinem Freund habe ich sie gefragt ob ich bei ihnen für eine gewisse Zeit wohnen kann. Dies löste aber viele Probleme innerhalb der Familie aus. Bei meinem Freund, bei seiner Familie, habe ich auch schon zwei Monate gewohnt. Doch das ist leider keine Dauerlösung, da er gerade sein Abi macht. Auch er hatte Probleme in seiner Familie, seine Eltern haben sich entschieden getrennt zu wohnen. Er und sein Bruder Leben nun leider getrennt.
Ich pack das ehrlich gesagt alles nicht mehr. Der Psychische Terror und die alten Erinnerungen machen mich total fertig!
Ein paar Angaben noch zu meiner Person,
ich bin 19 Jahre alt, gehe auf ein Gymnasium in die 11te Klasse.
Ich habe vor das Abi zu machen, doch ich sehe schwarz vor Augen. Ich kann mich kaum noch Konzentrieren und verliere an Leistung.
Ich weiß dass ich die Unterstützung von meinem Freund habe und auch von meinen Großeltern. Meine Frage ist jetzt, was kann ich machen, dass ich ausziehen kann? Woran kann ich mich erkunden? Was steht mir zu? Was darf ich und was pack ich in der Zukunft? Ich muss was machen, denn länger halte ich es nicht aus.
Ein Vorschlag von meinem Freund war, eine Wohung zu suchen, mit meinen Eltern wegen Kindergeld und Unterhalt zu reden, aufs Jugendamt zu gehen und dann auszuziehen.

Bitte helft mir, ich bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter.
Viele liebe Grüße
Aloahaurora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2009, 17:05   #2
youth-life-line
http://www.youth-life-line.de
 
Registriert seit: 22.11.2005
Beiträge: 46
Standard

Liebe Aloahaurora ,
toll, dass du den Mut und die Kraft aufgebracht hast, deine Probleme hier zu schildern!
Du hast mit deinen 19 Jahren schon eine Menge erleben und durchmachen müssen. Es hat uns sehr schockiert zu lesen, dass du als Kind geschlagen wurdest und auch jetzt noch starken psychischen Terror von deiner Familie ertragen musst. Dass dich diese Erlebnisse immer noch stark belasten, ist absolut verständlich, aber auch sehr schlimm, dass dir das angetan wurde. Dabei hat jeder Mensch – und gerade Kinder, die schutzbedürftig sind – ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. So ist es im Grundgesetz geregelt. Trotz dieser schlimmen Erfahrungen hast du nie aufgegeben, hast sogar die Gedanken daran, dein Leben zu beenden und auch dein selbstverletzendes Verhalten aus eigener Kraft mit der Unterstützung deines Freundes hinter dir gelassen. Das ist wirklich stark und hat unseren Respekt! Es ist wunderbar und schön, dass du so einen lieben Freund hast und auch andere Menschen, die dir zur Seite stehen und dich unterstützen, wie z.B. deine Großeltern!
Auch hast du dich schon bei deinem Arzt erkundigt, was du für dich tun könntest, um diese belastenden Erfahrungen zu verarbeiten. Die Idee, deine Aufschriebe und dein Attest mitzunehmen, ist super! Frage doch deinen Arzt, ob er dir einen guten Therapeuten / eine gute Klinik in deiner Nähe empfehlen kann. Du kannst auch selbst mal unter www.psychotherapiesuche.de oder www.psychotherapeuten-liste.de in deinem PLZ-Bereich suchen.


Obwohl in deiner Mail sehr deutlich wird, wie verzweifelt du gerade bist und dass es dir sehr schlecht geht, kommt auch ganz viel von deiner Kraft, deinem Willen zu kämpfen, deinem Lebenswillen rüber: du schreibst, du hast erkennen dürfen, wie schön das Leben sein kann; du möchtest dein Abitur schaffen und überlegst nun, von Zuhause auszuziehen. Dazu bräuchtest du aber noch weitere Informationen. Die Idee von deinem Freund ist wirklich eine sehr gute! Da es für deinen Auszug einer individuellen Abklärung deiner Situation bedarf, empfehlen wir dir auch, dich an das Jugendamt / den Sozialen Dienst in deiner Nähe zu wenden. Dort sitzen Fachleute, die dich kompetent und genau darüber beraten können, welche Möglichkeiten es für dich gibt, daheim auszuziehen und was dir zusteht. Da du schon volljährig bist, stehen die Chancen sehr gut, dass das bald klappt. Es hilft dir für die Regelungen des Auszugs sicherlich auch, wenn du mit deinen Eltern wegen Kindergeld und Unterhalt sprichst – aber am Besten erst, nachdem du dich selbst beim Jugendamt über deine Möglichkeiten und Rechte erkundigt hast.


Wir wünschen dir dafür viel Erfolg und alles Gute und die Kraft, weiter für dich zu kämpfen!
Dein youth-life-line Team
youth-life-line ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2010, 05:02   #3
Irinamaus
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 08.03.2010
Beiträge: 2
Standard

Hallo Du!

Was du schilderst kenne ich sehr gut - zum Einen aus meiner eigenen Kindheit - bei mir war es vor allem Psychischer Terror und Hass der von meinem Vater ausging und mich ganz schrecklich gequält hat und bis heute verfolgt!

Zum Anderen kenne ich es aus meiner Arbeit mit Jugendlichen und Familien heute!

Mein Weg aus dem Schlamassel waren einige Jahre wirklich gute, liebevolle Psychotherapie. Scheu dich nicht davor soetwas anzunehmen und wunder dich nicht wenn es nicht schon ganz schnell besser und leichter wird.

So lange wie ein Mensch verletzt wurde, braucht es auch um ihn wieder auf zu bauen!!
Fühl dich getröstet und sei dir sicher - du kannst das schaffen, kannst dir ein gutes Leben aufbauen und sogar deine schlimmen Erfahrungen können dir im Leben nützlich sein.

Liebe Grüße

Irina
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Stichworte
angst, ausziehen, depressionen, eltern, schläge
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